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von Joachim Homm

Server im Haus oder in der Cloud? Eine ehrliche Rechnung

Die meisten Betriebe haben diese Entscheidung längst zur Hälfte getroffen. Sie wissen es nur nicht.

Zwei Männer im Technikraum eines Büros vor einem verkabelten Serverschrank, einer macht sich Notizen auf einem Klemmbrett

KI-generiert

152 Gigabyte Arbeitsspeicher waren den acht virtuellen Servern eines unserer Kunden zugewiesen. Gebraucht wurden, als wir nachgemessen haben, rund 33.

Diese Zahl hat eine Serveranschaffung spürbar kleiner gemacht. Sie gehört zu einer Entscheidung, vor der viele Betriebe gerade stehen: Server oder Cloud – den alten Server durch einen neuen ersetzen oder die Anwendungen auslagern? Sie zeigt auch, warum die meisten Überschlagsrechnungen dazu schiefgehen. Verglichen wird der Preis eines Servers, den man zu groß plant, mit einer Cloud, die man zu klein plant.

Was ohnehin schon in der Cloud liegt

Bevor man über den Server redet, lohnt ein Blick auf das, was er gar nicht mehr tut. In den meisten Betrieben, die wir betreuen, laufen E-Mail, Kalender und oft auch die gemeinsamen Dateien längst in Microsoft 365. Der Server im Haus trägt dann noch drei Dinge: die Warenwirtschaft oder Branchensoftware, die Benutzeranmeldung und ein paar Freigaben, die nie umgezogen wurden.

Die Frage lautet also selten „alles oder nichts“. Sie lautet: Was bleibt übrig, und wo läuft dieser Rest am besten?

Wann lohnt sich ein eigener Server noch?

Wenn die Branchensoftware ihn verlangt. Das ist der häufigste und der härteste Grund. Viele Warenwirtschafts-, Planungs- und Branchenprogramme sind dafür gebaut, dass Datenbank und Arbeitsplätze im selben Netz stehen. Über eine Internetleitung werden sie langsam oder gar nicht unterstützt. Manche Hersteller bieten eine eigene Cloud-Version an, oft mit anderem Funktionsumfang und anderem Preismodell.

Weitere Gründe, die für den Server im Haus sprechen:

  • Große Datenmengen, die täglich bewegt werden, etwa Konstruktionsdaten, Fotos oder Videos
  • Eine Internetleitung, die am Standort nicht zuverlässig oder nicht schnell genug ist. In Teilen Hohenlohes ist das keine Theorie.
  • Maschinen, Zeiterfassung oder Zutrittssysteme, die einen Server im lokalen Netz brauchen

Wann ist die Cloud die bessere Wahl?

Wenn auf dem Server nichts mehr läuft, was ihn braucht. Dann ist ein Neukauf Geld für ein Gerät, das vor allem Strom verbraucht, gewartet und gesichert werden will.

Ebenfalls für die Cloud sprechen mehrere Standorte, viel Homeoffice und ein Betrieb, in dem niemand vor Ort ist, wenn nachts um drei eine Festplatte ausfällt. Ein Server im eigenen Haus ist so gut wie der Raum, in dem er steht, und wie die Person, die sich um ihn kümmert.

Die Posten, die beim Vergleich fehlen

Ein ehrlicher Vergleich rechnet über fünf Jahre, nicht über den Kaufpreis gegen die erste Monatsrate. Beim eigenen Server gehören dazu:

  1. Die Lizenzen für das Betriebssystem, die bei mehreren virtuellen Servern ein erheblicher eigener Posten sind
  2. Die Datensicherung, am besten mit einer Kopie außer Haus
  3. Strom und Kühlung, rund um die Uhr
  4. Wartung, Updates und die Zeit, die jemand dafür aufwendet
  5. Der Ersatz nach fünf bis sieben Jahren, dann wieder in voller Höhe

Bei der Cloud fehlt meistens etwas anderes: die bessere Internetleitung, die dafür nötig wird, und die monatlichen Kosten, die mit jedem neuen Mitarbeiter wachsen und nie aufhören.

Keine der beiden Seiten ist grundsätzlich billiger. Wer das behauptet, verkauft meistens eine davon.

Aus der Praxis

Zurück zu den acht virtuellen Servern. Für einen neuen Server sprachen zwei gemessene Gründe: Der Speicherplatz war zu 86 Prozent belegt, und die Warenwirtschaft verlangte eine höhere Taktrate, als der alte Prozessor lieferte.

Der erste Entwurf der Neuanschaffung hatte aber so viel Arbeitsspeicher wie der alte Server, und Arbeitsspeicher war der teuerste Einzelposten. Nach der Messung wurde er um ein Drittel kleiner geplant, bei immer noch reichlich Luft nach oben. Das spart einen niedrigen vierstelligen Betrag.

Beim Durchmessen fand sich noch etwas: zwei weitere Server im Netz, beide fast leer, einer davon mit genau der Taktrate, die gefehlt hatte. Ob sich damit ein Teil des Problems ohne Neukauf lösen lässt, war danach eine eigene Frage. Gestellt hätte sie ohne Messung niemand.

Womit Sie anfangen

Wenn Ihr Server noch zwei, drei Jahre trägt, ersetzen Sie ihn nicht wegen einer Strategie. Nutzen Sie die Zeit, um herauszufinden, was darauf wirklich noch läuft.

Drei Fragen, bevor Sie Angebote vergleichen:

  • Welche Programme laufen auf dem Server, und was sagt der jeweilige Hersteller zum Betrieb in der Cloud?
  • Wie viel Leistung wird tatsächlich gebraucht, gemessen über ein paar Wochen?
  • Was passiert heute, wenn der Server an einem Montagmorgen nicht startet?

Wie eine laufende Betreuung Ihrer IT aussieht, die solche Fragen rechtzeitig stellt, beschreiben wir auf einer eigenen Seite. Wer noch einen Server mit abgekündigter Virtualisierung betreibt, findet in unserem Ratgeber zum VMware-Ausstieg die passenden Entscheidungshilfen. Und egal wie Sie sich entscheiden: Ohne eine Sicherung, die einen Angriff übersteht, ist keine der beiden Varianten fertig.

Wenn bei Ihnen eine Erneuerung ansteht: Wir messen Ihren Server einige Wochen lang und rechnen beide Wege mit den Zahlen durch, die dabei herauskommen. Auch dann, wenn am Ende steht, dass der alte noch eine Weile reicht.

Was heißt das für Ihre Umgebung?

Wir rechnen Ihnen vor, was ein Verbleib bei VMware kostet und was ein Wechsel spart — kostenfrei und unverbindlich.