VMware-Ausstieg: Proxmox oder Hyper-V?
Seit der Übernahme durch Broadcom zahlen viele mittelständische Betriebe ein Vielfaches für dieselbe Technik. Es gibt zwei ernstzunehmende Auswege — und die Wahl zwischen ihnen ist keine Glaubensfrage, sondern eine Rechenaufgabe.
KI-generiert
Was tatsächlich passiert ist
Broadcom hat VMware übernommen und das Lizenzmodell umgebaut. Für kleine und mittlere Unternehmen sind dabei drei Dinge zusammengekommen:
- Die Mittelstandspakete sind weg. vSphere Essentials und Essentials Plus — jahrelang der bezahlbare Einstieg — gibt es nicht mehr.
- Aus Kauf wurde Abo. Statt einmal zu lizenzieren und Wartung zu zahlen, zahlen Sie jährlich weiter.
- Mindestabnahmen. Abgerechnet wird nach Prozessorkernen, mit einer Untergrenze, die kleine Hosts überproportional trifft. Wer zwei Server mit wenigen Kernen betreibt, zahlt für deutlich mehr, als er nutzt.
In der Summe berichten Betriebe von Verdreifachungen bis hin zum Zehnfachen der bisherigen Kosten — für exakt dieselbe Umgebung, die vorher schon lief. Das ist der Punkt, an dem sich ein Wechsel rechnet, auch wenn er Aufwand bedeutet.
Kein Grund zur Panik: Läuft Ihre Lizenz aus, fällt ESXi in der Regel in einen Bewertungsmodus zurück. Ihre Server laufen weiter, und Sie haben Zeit für einen geplanten Umzug statt für eine Nachtaktion. Diese Zeit sollten Sie allerdings nutzen.
Die zwei ernstzunehmenden Wege
Proxmox VE
Die Open-Source-Plattform aus Österreich, auf die derzeit ein großer Teil des Marktes umschwenkt. Weltweit über anderthalb Millionen Installationen, ausgereift, mit optionalem Support-Abo direkt vom Hersteller.
Passt, wenn: Sie Linux-Server im Haus haben oder gemischt fahren, wenn die Lizenzkosten der entscheidende Hebel sind, wenn Sie Unabhängigkeit von einem einzelnen Hersteller wollen — oder wenn Sie ohnehin über Container nachdenken.
Zu bedenken: Ihr Team arbeitet mit einer neuen Oberfläche. Und die Backup-Lösung muss Proxmox unterstützen — nicht jedes im Mittelstand verbreitete Produkt tut das.
Microsoft Hyper-V
Der Hypervisor von Microsoft, der in Windows Server bereits enthalten ist. Wer seine Server ohnehin unter Windows Server lizenziert, hat die Virtualisierung damit faktisch schon bezahlt.
Passt, wenn: bei Ihnen fast ausschließlich Windows-Server laufen, wenn Active Directory, Dateiserver und die Fachanwendung das Bild bestimmen — und wenn Ihr Team in der Microsoft-Welt zu Hause ist.
Zu bedenken: Die Verwaltung mehrerer Hosts ist weniger komfortabel als mit vCenter. Und Sie bleiben in der Lizenzwelt eines großen Herstellers, nur eben in einer, die Sie ohnehin schon haben.
Der ehrliche Vergleich
| VMware (nach Broadcom) | Proxmox VE | Hyper-V | |
|---|---|---|---|
| Lizenzkosten | Abo, nach Kernen, mit Mindestabnahme | kostenlos; Support-Abo optional | in Windows Server enthalten |
| Pakete für KMU | gestrichen | von Haus aus passend | passend, wenn Windows lizenziert ist |
| Herstellerbindung | hoch | Open Source | Microsoft-Welt |
| Verwaltung | vCenter | Weboberfläche, Cluster eingebaut | Windows Admin Center / Manager |
| Windows-Gäste | gut | gut (mit Treibern) | nativ |
| Linux-Gäste | gut | nativ | gut |
| Backup | breit unterstützt | eigener Backup-Server; Fremdprodukte prüfen | breit unterstützt |
| Support | Broadcom | Hersteller-Abo + ex-akt vor Ort | Microsoft + ex-akt vor Ort |
Der häufigste Stolperstein steht in der vorletzten Zeile: Prüfen Sie zuerst, ob Ihre Backup-Lösung die Zielplattform unterstützt. Alles andere lässt sich lösen, das nicht.
Welcher Weg ist Ihrer?
Fünf Fragen, die die Entscheidung in aller Regel schon vorwegnehmen:
- Was läuft in Ihren VMs? Fast nur Windows-Server, die Sie ohnehin lizenzieren müssen? Dann ist Hyper-V der kürzere Weg. Gemischt oder überwiegend Linux? Dann Proxmox.
- Womit sichern Sie? Die vorhandene Backup-Lösung entscheidet mit. Unterstützt sie die Zielplattform nicht, kostet der Wechsel doppelt.
- Wie viele Hosts? Bei einem einzelnen Host spielt der Verwaltungskomfort kaum eine Rolle. Ab drei Hosts mit Ausfallsicherheit wird er zum Argument — dort punktet Proxmox mit eingebautem Cluster.
- Wer betreut die Umgebung? Wenn im Haus jemand mitarbeitet, zählt, womit diese Person umgehen kann. Übernehmen wir den Betrieb, ist das nachrangig.
- Was ist in drei Jahren? Steht ohnehin neue Hardware an, planen wir den Plattformwechsel direkt mit ein statt zweimal umzuziehen.
Wir beantworten diese Fragen im Kosten-Check gemeinsam mit Ihnen — und sagen Ihnen auch, wenn ein Verbleib bei VMware für Ihre Größe die günstigere Rechnung ist.
So läuft das in der Praxis
Ein Fertigungsbetrieb aus der Region, den wir 2026 übernommen haben: fünf virtuelle Maschinen auf einem einzelnen ESXi-Host, rund zwei Terabyte, darunter Domänencontroller, ERP- und Buchhaltungsserver. Die Lizenz war ausgelaufen, die Sorge groß, der Host könnte sich nach einem Neustart nicht mehr melden.
Erste Erkenntnis vor Ort: Der Host lief im Bewertungsmodus — kein Notfall, sondern ein Zeitfenster. Das nimmt den Druck aus der Sache und ist der Unterschied zwischen einer Nachtaktion und einem geplanten Projekt.
Vorgehen: Zielplattform Hyper-V, weil dort ausschließlich Windows-Server laufen und die Lizenzen vorhanden sind. Aufbau eines Zwischen-Hosts, Umzug Maschine für Maschine, jede einzeln getestet, bevor die nächste drankommt. Der Domänencontroller mit dem größten Datenbestand kommt zuletzt — er ist der empfindlichste Teil und profitiert davon, dass der Weg vorher fünfmal geübt wurde.
Das ist der Kern unserer Arbeitsweise: erst die Lage nüchtern feststellen, dann in kleinen, rückholbaren Schritten umziehen. Nicht alles an einem Wochenende.
KI-generiert
Leitfaden als PDF: Checkliste für Ihre Migration
Der Vergleich beider Plattformen, fünf Fragen zur Entscheidung und die Checkliste mit allem, was vor einer Migration geklärt sein muss — sechs Seiten zum Ausdrucken und Abhaken.
So läuft Ihr Wechsel
- Kosten-Check. Wir sehen uns Ihre Umgebung an und stellen die künftigen VMware-Kosten der Alternative gegenüber — mit Zahlen, nicht mit Bauchgefühl.
- Plattform festlegen. Proxmox oder Hyper-V, entlang der fünf Fragen oben. Inklusive Prüfung von Backup, Monitoring und Ihrer Fachanwendungen.
- Migrationsplan. Reihenfolge, Zeitfenster, Rückweg. Sie wissen vorher, was wann passiert und was im Notfall gilt.
- Umzug. Maschine für Maschine, jede getestet, meist ohne nennenswerten Stillstand. Die empfindlichsten Systeme kommen zuletzt.
- Betrieb. Updates, Backup-Kontrolle, Monitoring — auf Wunsch übernehmen wir das dauerhaft.
Wie lange das dauert, hängt an der Datenmenge und daran, wie viel Stillstand vertretbar ist. Kleine Umgebungen sind an einem Wochenende umgezogen, größere brauchen einige Wochen im Hintergrund.
Häufige Fragen
Was kostet VMware nach der Broadcom-Übernahme?
Abgerechnet wird als Jahresabo nach Prozessorkernen, mit einer Mindestabnahme. Für typische Mittelstandsumgebungen liegen die Kosten deutlich über dem, was vorher für Essentials Plus fällig war — je nach Hardware um ein Vielfaches.
Was ist die beste VMware-Alternative für kleine Unternehmen?
Es gibt nicht die eine: Läuft bei Ihnen fast nur Windows, ist Hyper-V meist der kürzere Weg, weil es in Windows Server enthalten ist. Bei gemischten oder Linux-lastigen Umgebungen ist Proxmox VE in der Regel die bessere Wahl.
Kann ich meine bestehenden VMs übernehmen?
Ja. Virtuelle Maschinen lassen sich auf beide Plattformen übernehmen. Windows-Systeme brauchen dabei die passenden Treiber, und der Bootmodus muss stimmen — das ist Routine, wenn man es vorher prüft.
Wie lange dauert eine Migration?
Von einem Wochenende bei einer kleinen Umgebung bis zu einigen Wochen bei mehreren Terabyte. Den größten Teil davon läuft der Betrieb normal weiter.
Ist Proxmox sicher genug für den Produktivbetrieb?
Ja. Proxmox VE läuft weltweit auf über anderthalb Millionen Hosts im produktiven Einsatz, mit professionellem Support-Abo des Herstellers.
Meine VMware-Lizenz ist bereits abgelaufen — ist das ein Notfall?
Meist nicht. ESXi fällt in der Regel in einen Bewertungsmodus zurück, die Maschinen laufen weiter. Prüfen sollten Sie das trotzdem sofort — und das gewonnene Zeitfenster für einen geplanten Umzug nutzen.
Was passiert mit vSphere Essentials Plus?
Dieses Paket wurde gestrichen. Eine Verlängerung im bisherigen Umfang gibt es nicht mehr.
Gibt es Unterstützung in der Region?
Ja. Wir betreuen Unternehmen in Hohenlohe, im Heilbronner Land und im Weinsberger Tal — persönlich und vor Ort.
Kosten-Check für Ihre Umgebung
Wir sehen uns Ihre Umgebung an und rechnen Ihnen vor, was ein Verbleib kostet und was ein Wechsel spart. Kostenfrei und ohne Verpflichtung.
VMware-Kosten im Griff behalten?